„Dr´ Ochsenscheißer und andere Weinsberger Originale“
„Dr´ Ochsenscheißer und andere Weinsberger Originale“ -
eine Lesung mit Helmut Deininger und Fotoshow...

 



Am Samstag, 9. Januar 2016, waren rund 130 Besucher zur Lesung von Autor Helmut Deininger in die Baukelter gekommen und lauschten gespannt den Geschichten aus Weinsberg, die der Ehrenamtspreisträger der Stadt Weinsberg zum Besten gab. Die wahrheitsgemäßen Geschichten aus dem Buch „Dr´Ochsenscheißer und andere Weinsberger Originale“ spielen alle kurz vor oder nach dem 2. Weltkrieg und handeln von liebenswerten Charakteren aus der damaligen Zeit. Dabei bittet Deininger um Verständnis, dass die Geschichten oft recht derb geschrieben sind - aber genauso seien sie damals erzählt worden. Deininger hatte die Begebenheiten als kleiner Junge mitbekommen, als sein Vater mit Freunden zusammensaß und die Neuigkeiten aus dem Ort sich herumsprachen. Jeder hätte damals über diese Geschichten auch ohne Facebook und andere Medien Bescheid gewusst. Da es noch kaum andere Verbreitungsmöglichkeiten gab, sei „Mund-zu-Mund-Propaganda“ enorm wichtig gewesen. Aus dem Buch tatsächlich den Weinsbergern vorzulesen sei ein Wunsch gewesen, den ihm dann seine Arbeitskolleginnen aus dem Rathaus mit der Lesung ermöglicht hätten. Die schwäbisch-humorvollen Geschichten erzählen von Männern in Wirtshäusern, die gerne über den Durst trinken und dann allerlei Ungeschicklichkeiten anstellen. Auch anzügliche Geschehnisse kommen nicht zu kurz, wie die Geschichten „Der Stempel“ , „Eheliches Jagdrecht“ oder „Unbezahlte Liebe“ zeigen. Aufmerksam werden sollten auch die heutigen Gemeinderäte, wenn sie die Geschichte über den Stadtrat hören, der ein Verhältnis zu einer Ehefrau eines anderen Stadtrates pflegte und während der Sitzung immer kurz raus musste - denn wenn man dann nach der Sitzung die Hose des Nachbarn anhat, kann das schnell auffallen. Weitere humorvolle Erlebnisse von früher runden das Bild einer turbulenten, liebenswerten Zeit ab, so z.B. von einem Knecht und seiner ersten Weihnachtsgans, von Martha und dem „Saurechel“, von Fritz dem Riesen, von „Schnake“ aus dem Sportverein und schlussendlich vom „Ochsenscheißer“.

Zwischen den Geschichten zeigte Hobbyfotograf Herbert Schlund Zeichnungen und Fotos von Weinsberg aus der Zeit von 1840 bis nach dem 2. Weltkrieg. Die alten Häuser und Straßen, die Gasthäuser und Geschäfte von damals lassen die Besucher das alte Weinsberg nachempfinden.

Wir danken Helmut Deininger und Herbert Schlund ganz herzlich für den interessanten und heiteren Nachmittag. Deiningers Buch „Dr´Ochsenscheißer und andere Weinsberger Originale“ mit 21 Geschichten ist für 6 Euro im Rathaus bei Frau Petra Sabatino im Sekretariat des Bürgermeisters erhältlich.