Weinsberg 21, Agenda 21 — was hat das miteinander zu tun?
Mit der Zukunftskonferenz unter dem Motto „Weinsberg 21 - wir gestalten unsere Zukunft“ soll auch ein Vorhaben in Gang kommen, dass im Verwaltungsdeutsch „Lokale Agenda 21“ heißt.

Zunächst ist eine Agenda eine Liste all dessen, „was zu tun ist“. Agenda 21 steht für das „Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert“ - beschlossen auf dem UN-Gipfel in Rio de Janeiro im Jahr 1992. Was aber ist eine „nachhaltige Entwicklung“? Mit diesem Begriff ist gemeint, dass lokal beim Streben nach Wohlstand sowohl auf soziale Gerechtigkeit als auch auf ökologische Nachhaltigkeit geachtet wird - und dass auch Menschen in anderen, vor allem den ärmeren, Ländern sowie zukünftigen Generationen die Chance auf Wohlstand nicht verbaut wird.

Das ist zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach zu verwirklichen - die drei Ziele einer nachhaltigen Entwicklung bilden die Ecken eines „magischen Dreiecks“. Es gibt Zielkonflikte, die oft durch technische Innovationen (wie z. B. ein 1-Liter-Auto, Null-Energie-Haus, reparaturfreundliche Geräte), manchmal aber nur durch Überdenken von lieb gewonnenen Gewohnheiten und Einstellungen gelöst werden können: wie sollen wir denn gleichzeitig ...

* den Verbrauch nicht erneuerbarer Rohstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle, Kupfer, Eisen, Aluminium, ...) auf die Menge reduzieren, die zukünftig durch erneuerbare Rohstoffe ersetzt werden kann, den Gebrauch der erneuerbaren Rohstoffe bzw. Ressourcen - also z. B. Wasser, Boden, Luft, Pflanzen- und Tierarten, Biomasse

* ihrer Regenerationsfähigkeit anpassen, den Ausstoß an Schadstoffen soweit verringern, dass die Ökosysteme sie ohne unumkehrbare Veränderung aufnehmen bzw. verarbeiten können.

* alle Arten von Rohstoffen nur in dem Maße nutzen, wie sie uns als Teil der Menschheit zustehen (d. h. pro Person gerechnet, nicht pro DM Bruttosozialprodukt) - und uns wohlfühlen,

* Menschen in armen Ländern fair für ihre Arbeit, ob in der Bananenplantage, im Kupferbergwerk oder in der Sportschuhfabrik, bezahlen - und genügend Geld für alle Annehmlichkeiten haben, die wir hierzulande genießen möchten,

* Menschen zum Gewinnen im wirtschaftlichen Wettbewerb anspornen - und keine Verlierer haben?

Ideen, wie nachhaltiges Leben, Arbeiten, Wirtschaften in Weinsberg möglich ist, entstehen am ehesten, wenn viele Menschen ihre Köpfe zusammenstecken, ihre Herzen sprechen lassen. Verändern wird sich aber nur etwas, wenn die Menschen in ihre Hände spucken und entsprechend diesen Ideen handeln. Dies anzuregen, dazu war die Zukunftskonferenz „Weinsberg 21 - wir gestalten unsere Zukunft“ gedacht.