Exkursion der Weinsberger GästeführerInnen
03.08.2010
Auf den Spuren der Herren von Weinsberg
-Exkursion der Weinsberger GästeführerInnen ins liebliche Taubertal-



Mit Spannung und großem Interesse starteten die Weinsberger GästeführerInnen am Freitag, den 30. Juli, zu ihrer diesjährigen Informationsreise ins liebliche Taubertal.
Gästeführer Manfred Wiedmann, ein ausgezeichneter Kenner der Geschichte der Herren von Weinsberg, hatte diesen Tag sorgfältig geplant und vorbereitet.

Über die A 81 war schon bald die schöne Stadt Weikersheim erreicht. Als Stammsitz des Hauses Hohenlohe stellt Weikersheim ein Musterstück einer ländlichen Residenz dar. Schloss, Park und Stadt bilden eine harmonische Einheit, wobei das Schloss die Perle der Hohenloher Schlösser ist. Aus einer Wasserburg entwickelte sich hier eine der schönsten Residenzen der Renaissance.
Der Weikersheimer Marktplatz wird von zwei mächtigen Baugruppen beherrscht: Auf der einen Seite das Schloss, auf der anderen Seite die Stadtkirche. Diese erhielt ihren heutigen Standort erst im 15. Jahrhundert. Das Tympanonrelief am Hauptportal der Stadtkirche aus dem Jahre 1425 zeigt das Stifterpaar, den Reichserbkämmerer Conrad von Weinsberg, der damals auf Burg Weikersheim residierte, und seine Gemahlin Anna verw. Gräfin von Hohenlohe-Brauneck, geb. Hohenlohe-Weikersheim mit ihren beiden Kindern. Heute ist das Relief infolge starker Verwitterung im Innern der Kirche aufgestellt. Beim Rundgang durch die Kirche fällt der Blick auf das Grabmal des Herzogs Heinz von Sachsen-Lauenburg aus dem Jahre 1437. Aus gebranntem Ton, mit den Wappen von Sachsen, Weinsberg, Leiningen und Hohenlohe zeigt es die realistisch-frische Darstellung des Enkels Conrad von Weinsbergs. Er ist mit 6 Jahren in Weikersheim gestorben.

Die Weiterfahrt führte uns nach Aub, eine kleine Stadt an der Gollach. Mit Aub sind große Namen verbunden: Nach Plänen von Balthasar Neumann wurde die große Getreidescheune des Spitals gebaut und auch Johann Georg Auwera aus der bekannten Bildhauerfamilie lebte und arbeitete in Aub.
Beim zur Stadt Aub gehörenden Dorf Baldersheim liegt die Reichelsburg. Erstmals 1230 erwähnt als Besitz der Brüder Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck, erhielt die spätere Burganlage im Jahre 1401 Konrad von Weinsberg zum Lehen. Nach Konrads Tod im Jahre 1448 folgte ihm sein Sohn Philipp d.Ä. nach, der 1508 starb. Nach dem Aussterben der Herren von Weinsberg in männlicher Linie fiel die Herrschaft Reichelsberg 1521 an das Hochstift Würzburg zurück. Die Burg wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. Die Kernburg war ein Viereck 42 m/33 m, der 23,50 m hohe Bergfried ist bis heute erhalten. Die Gebäude im Innenhof waren teilweise unterkellert und z.T. heute noch zugänglich. Auch ein 15 m tiefer, gemauerter Brunnen im Hof ist noch erhalten.
Im Gasthaus „Zum Goldenen Lamm“, mit dem Weinsberger Wappen über der Eingangstür und einem sehr geschichtskundigen Wirt, legten wir unsere Mittagspause ein.

Die Burg Brauneck bei Creglingen war unser nächstes Ziel. Sie ist die Ruine einer hochmittelalterlichen Spornburg der Reichsgrafen von Hohenlohe-Brauneck, erstmals urkundlich erwähnt um 1230. Seit der Zeit ihrer Zerstörung und Teilwiederaufbaus bis heute wird die Burg Brauneck als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt und eine Besichtigung ist deshalb (eigentlich) nicht möglich. Aber die Burgherrin machte bei uns aus Verbundenheit zu Weinsberg eine Ausnahme und führte uns persönlich durch die Anlage. Mit herzlichem Dank und einem Gebinde Weinsberger Tropfens verabschiedeten wir uns von der freundlichen Dame und setzten unsere Fahrt in Richtung Creglingen fort.

Erstmals schriftlich erwähnt wird Creglingen im Jahre 1045. Nach dem Aussterben der Linie Hohenlohe-Brauneck 1390 machte die Stadt eine wechselhafte Geschichte durch – es gehörte zeitweise dem Hause Weinsberg, dem thüringischen Grafen von Schwarzenberg, dann dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, wurde 1791 preußisch, 1806 bayerisch und 1810 schließlich württembergisch.
Natürlich war unsere erste Anlaufstation dort die Herrgottskirche mit dem berühmten Marien-Altar von Tilmann Riemenschneider. 1384 begannen Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck an der Stelle des wunderbaren Hostienfundes mit dem Bau der Kapelle. 1389 wurde sie von Bischof Gerhard von Würzburg als päpstlich anerkannter Wallfahrtsort geweiht. Der Altar wurde von Riemenschneider zwischen 1505 und 1510 erschaffen. Im Mittelschrein wird die Himmelfahrt der Maria dargestellt, Szenen aus dem Leben Mariens umrahmen diesen.

Zum Abschluss der Exkursion besuchten wir noch das Romschlössle, ehem. Haus Weinsberg. Es beherbergt heute eine öffentliche Bücherei, die Städtische Musikschule und eine Töpferei. Auch hier ist über dem Eingang deutlich das Wappen der Herren von Weinsberg eingemeißelt.

Ein harmonischer Tag, mit vielen Eindrücken und neuen Erkenntnissen lag hinter uns. Ein herzlicher Dank geht an unseren Gästeführerkollegen Manfred Wiedmann für diese schöne Exkursion auf den Spuren der Herren von Weinsberg.

 



 
 
 

Veranstaltungskalender
<<<Dezember 2018>>>
MDMDFSS
262728293012
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31123456