Kultusministerin Susanne Eisenmann besucht Weinsberg
03.12.2018

Kultusministerin Susanne Eisenmann besucht Weinsberg

Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann besuchte auf Einladung des Landtagsabgeordneten Dr. Bernhard Lasotta den Wahlkreis Neckarsulm und machte dabei auch Station in Weinsberg. In der Aula des Justinus-Kerner-Gymnasiums Weinsberg informierte die Kultusministerin vor Kommunalpolitikern, Schulleitern, Lehrern und Eltern über aktuelle bildungspolitische Themen und stellte sich in einer Diskussionsrunde den Fragen. Zuvor war die Kultusministerin in der Weinbauschule in Weinsberg.

Der Einmischung des Bundes in länderspezifische Aufgaben, wie zum Beispiel die Bildungspolitik, erteilte sie eine klare Absage und verteidigte die förderalitischen Strukturen in Deutschland. Der Digitalpakt zwischen Bund und Ländern könne auch ohne eine Änderung des Grundgesetzes umgesetzt werden. Wichtig sei, dass das Geld in den Schulen ankomme. Besorgt äußerte sie sich darüber, dass Schüler aus Baden-Württemberg in Vergleichsstudien zwischenzeitlich nur noch Mittelplätze belegten. Offenbar habe man die Rahmenbedingungen nicht ernst genug genommen und kein Frühwarnsystem gehabt. Guter Unterricht könne aber nur funktionieren, wenn dieser überhaupt stattfindet. Die Unterrichtsausfälle bedingt durch die vielen offenen Stellen vor allem im Grundschulbereich bereiteten zunehmend Schwierigkeiten. Bereits 2011 hätte man auf die anstehende Pensionierungswelle reagieren und entsprechend für Nachwuchs sorgen müssen. Eisenmann sprach hier von einem eklatanten Planungsfehler, mit dessen Folgen man jetzt konfrontiert werde. Den Lehrermangel könne man kurzfristig nicht korrigieren, die Durststrecke dauere mindestens noch bis zum Jahr 2020 an. Das Land werde weiterhin in den gebundenen Ganztagsbetrieb investieren, aber auch Geld für flexible Betreuungsangebote bereitstellen. Wie es hier konkret weitergehe, werde in den nächsten Monaten entschieden. Das Kultusministerium arbeite derzeit außerdem an einem Konzept, wonach der Lernstand von Kindern besser erfasst werden kann. Die Rechtschreibung müsse wieder eine gewichtigere Rolle einnehmen. Medienbildung soll in allen Klassenstufen gestärkt, der Ethikunterricht weiter ausgebaut werden. Aber auch dabei seien die fehlenden Lehrer ein Problem. Der Austausch mit Eltern soll mit einer Diskussionsreihe über Respekt und Verantwortung intensiviert werden, um Veränderungen überhaupt zu ermöglichen. Man müsse dabei auch klar machen, dass Schulen nicht der „Reparaturbetrieb der Gesellschaft“ sein können.

Die Kultusministerin bekannte sich auch klar zur Beibehaltung von kleinen Dorfschulen - Schließungen kämen für das Land nicht infrage.


 
 
 

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