Ausstellung „Islam und muslimisches Leben“ im Rathaus Weinsberg eröffnet
05.10.2012
Ausstellung „Islam und muslimisches Leben“ im Rathaus Weinsberg eröffnet
 
Seit Freitag ist im Foyer des Rathauses Weinsberg die Wanderausstellung „Islam und muslimisches Leben“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zu sehen. Die Ausstellung präsentiert auf verschiedenen Tafeln die religiöse Vielfalt des Islam und informiert über religiöse Grundlagen und die Glaubenspraxis in der Welt und in Deutschland.
 

Bürgermeister Stefan Thoma konnte zur Eröffnung der Ausstellung rund 50 interessierte Besucher begrüßen. Dem Runden Tisch Migration und speziell Herrn Dr. Manfred Keuerleber sei es zu verdanken, dass diese Ausstellung in Weinsberg gezeigt werden kann. Der Runde Tisch Migration sei die Basis aller Integrationsprojekte in Weinsberg. Unter der Federführung der Diakonischen Bezirksstelle Weinsberg würden viele interessante Ideen und Projekte in die Tat umgesetzt werden. Vor einigen Jahren habe der Schwerpunkt der Arbeit bei der Betreuung von Spätaussiedlern im Übergangswohnheim Grabenäcker gelegen, heute richte sich der Blick auf alle Menschen mit Migrationshintergrund. Die vielen Einzelprojekte und Angebote reichten von Sprachfördermaßnahmen über Hausaufgabenbetreuung bis hin zum Fest der Kulturen, auf das man sich am 14. Oktober 2012 im Bereich des Grasigen Hags freuen dürfe. Von der Ausstellung erhoffe er sich, dass sie mit dazu beitrage, Informationsdefizite zu beseitigen und die Distanz zwischen den Kulturen zu verringern.

 

 
Den Einführungsvortrag zur Ausstellung hielt der Islamwissenschaftler Dr. Abdullatif Shuaib, der eigens dazu von Freiburg angereist war. Ihm sei es wichtig klarzustellen, dass man den Islam nicht als einen „einheitlichen“ Islam ansieht, denn innerhalb des Islams gebe es eine Vielzahl unterschiedlicher Richtungen wie zum Beispiel orthodoxe, mystische oder liberale und viele unterschiedliche Auffassungen zur Religion. Zwischen einem Nomaden in Syrien, einem Türken aus Istanbul, einem Jeminiten aus dem Gebirge und einem chinesischen Uiguren gebe es mindestens ebenso viele Unterschiede wie zwischen einem Peruaner aus den Anden, einem Amerikaner aus New York oder einem Deutschen aus Weinsberg. Die Ausstellung könne ein Impulsgeber für die eigene Urteilsfindung sein, ersetze aber nicht den persönlichen Kontakt und die persönliche Begegnung. Zweiflern, die meinten Islam und Demokratie seine unvereinbar, hielt er die Ereignisse der letzten eineinhalb Jahre in der islamistischen Welt entgegen, wo Menschen für Freiheit, demokratische Verhältnisse und Einhaltung der Menschenrechte häufig unter Einsatz ihres Lebens demonstrierten.

 

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von vier türkischen Jugendlichen aus dem Raum Abstatt, die auf ihren traditionellen Instrumenten für entsprechendes Flair sorgten. Ein Imbiss mit Kostproben aus dem Weinsberger muslimischen Kulturkreis rundete das Programm ab.

Von der Möglichkeit, sich in die Ausstellung zu vertiefen und mit dem Referenten interessante Gespräche zu führen, wurde anschließend reger Gebrauch gemacht.
 

Die Ausstellung ist noch bis 19. Oktober 2012 im Weinsberger Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Zum Fest der Kulturen am kommenden Sonntag kann die Ausstellung von 14 – 17 Uhr besichtigt werden.



 
 
 

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