25 Jahre Partnerschaft zwischen Cossebaude und Weinsberg
02.06.2015

29.-31. Juni 2015

25 Jahre Partnerschaft zwischen Cossebaude und Weinsberg

 

Seit nunmehr 25 Jahren bestehen zwischen der Stadt Weinsberg und der Ortschaft Cossebaude in Sachsen enge Kontakte. Aus der ursprünglichen Aufbauhilfe in den Zeiten der Wende, des Mauerfalls und der Wiedervereinigung Deutschlands ist daraus eine tiefe Freundschaft geworden, die bis heute gepflegt wird. Daran hat auch die zwischenzeitliche Eingemeindung Cossebaudes nach Dresden nichts geändert.

 

Anlässlich des Jubiläums war am vergangenen Wochenende eine 32-köpfige Delegation aus Weinsberg zu Gast in Cossebaude, um die 25 Jahre der gemeinsamen Partnerschaft Revue passieren zu lassen. Die sächsischen Gastgeber hatten dazu ein interessantes Besuchsprogramm vorbereitet. Höhepunkte waren der offizielle Festakt im Bürgersaal der Ortschaft Cossebaude, die Pflanzung eines von der Stadt Weinsberg gestifteten Freundschaftsbaumes sowie die Besichtigung der Deichbaustelle an der Elbe.

 

Zu dem Festakt waren neben den amtierenden Kommunalvertretern auch viele Mitbegründer und Initiatoren der Partnerschaft als Gäste geladen, so auch die eigentlichen Initiatoren Dr. Matthias Rößler aus Cossebaude, dem heutigen Präsidenten des Sächsischen Landtags, sowie Bürgermeister a. D. Jürgen Klatte, dem damaligen Bürgermeister der Stadt Weinsberg. Dr. Matthias Rößler hatte damals als Leiter der Fachgruppe "Wissenschaft-Bildung" im Rahmen der gemeinsamen Kommission Baden-Württemberg/Sachsen den Wunsch nach einer Partnerschaft zu einer Kommune im Westen zum Ausdruck gebracht und in Jürgen Klatte als damaliger Vize-Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg einen interessierten Partner gefunden.

 

So war es möglich, dass die Stadt Weinsberg schon kurz nach der Wiedervereinigung in Cossebaude eine konkrete Aufbauhilfe leisten konnte. Es wurde Personal ausgetauscht, Bürogeräte und Fahrzeuge als Starthilfe zur Verfügung gestellt und der erste Flächennutzungsplan initiiert. Seitdem sind die Kontakte nie abgerissen und es folgten viele gegenseitige Besuche, nicht nur auf offizieller Seite, sondern auch im privaten Bereich oder zwischen den Feuerwehren. Sichtbares Zeichen und ein Symbol der engen Partnerschaft sind der Weinsberger Platz in Cossebaude und der Cossebauder Platz in Weinsberg.

 

Ortsvorsteher Lutz Kusche begrüßte die Gäste zum Festakt und stellte die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Cossebaude und Weinsberg in den Vordergrund. Bürgermeister Stefan Thoma bedankte sich für die Einladung und den herzlichen Empfang. Er erinnerte an die Zeit des Mauerfalls vor über 25 Jahren am 9. November 1989 in Berlin. In dieser Nacht sei es das Volk gewesen, das seine eigene Geschichte geschrieben und durch eine friedliche Revolution den Lauf der Welt verändert habe. Die Wiedervereinigung Deutschlands habe dann auch den Weg geebnet für die Partnerschaft zwischen Cossebaude und Weinsberg. Dass die Freundschaft nicht nur auf dem Papier besteht, habe die Flutkatastrophe von 2002 unter Beweis gestellt, wo in Weinsberg verschiedene Hilfsmaßnahmen anliefen und die Weinsberger Feuerwehr vor Ort tatkräftig mitgeholfen hätte. Allen die damals am Aufbau der partnerschaftlichen Beziehungen beteiligt waren und allen, die diese Partnerschaft bis heute aufrecht erhalten, gelte sein besonderer Dank. Dr. Matthias Rößler betonte, dass es damals für Sachsen richtig gewesen sei, sich für Baden-Württemberg als Partnerland zu entscheiden. Wichtig sei gewesen, dass man auf kommunaler Ebene Beziehungen aufgebaut und die Bürger mit einbezogen habe. Das Band zwischen den Menschen aus Cossebaude und Weinsberg habe bis heute gehalten. Die Aufbauhilfe sei gut angelegt gewesen, das Land Sachsen stehe heute gut da. Der Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden stehe als Symbol für die friedliche Revolution. Bürgermeister a. D. Jürgen Klatte ging in seinem Grußwort auf die Anfänge der Partnerschaft ein und schilderte, wie er die Wende persönlich erlebt hatte. Die Geburtsstunde der Partnerschaft sei im März 1990 gewesen im Hause von Dr. Rößler in Cossebaude, wo sich viele Gesprächspartner eingefunden hätten. Die ganzen Jahre über habe sich ein vertrautes Miteinander entwickelt, das bis heute Bestand habe. Für die frühere Ortsvorsteherin Ines Pohl waren die damaligen Ereignisse ein Prozess voller Ungewissheiten, die den Akteuren alles abverlangt habe. Weinsberg habe selbstlos und uneigennützig Aufbauhilfe geleistet und Verlässlichkeit an den Tag gelegt. Sie freue sich über 25 Jahre gelebte Partnerschaft. Eine Aufführung der Theatergruppe der Grundschule Cossebaude rundete den Festakt ab.

Zum Gedenken an die Wiedervereinigung Deutschlands und an das 25-jährige Jubiläum der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Cossebaude und Weinsberg hat die Stadt Weinsberg eine Rotbuche gestiftet, die im Rahmen des Besuchs offiziell „angegossen“ wurde. Der Baum steht auf dem Albertsplatz in einem Wohngebiet in Cossebauder Höhenlage und wird dort hoffentlich auch noch in vielen Jahrzehnten die nachfolgenden Generationen an diese Ereignisse erinnern.

Im neuen Feuerwehrhaus in Cossebaude erläuterte der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung Oberes Elbtal, Eckehard Bielitz, das Hochwasserschutzkonzept im Elbtal. Allein die Hochwasserschutzlinie von Dresden bis Cossebaude ist 5 km lang. Die Anlagen im Ortsteil Gohlis mit dem Deich und der Hochwasserschutzwand sind nahezu fertiggestellt. Der dritte Bauabschnitt bis zum Stausee des Pumpspeicherwerks Niederwartha ist derzeit noch im Bau. Die gesamte Maßnahme soll Ende nächsten Jahres fertig sein und ist mit 32 Millionen Euro veranschlagt. Nach dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 hat ein Umdenken eingesetzt und der Hochwasserschutz wurde konsequent angegangen. Nach Fertigstellung ist der Dresdner Westen künftig vor Hochwasser geschützt, wie es statistisch alle 100 Jahre vorkommt. Im Anschluss an den Vortrag wurde der Deich mit der Schutzmauer besichtigt und die technischen Funktionen erläutert.

Eine Stadtrundfahrt durch Dresden und die Teilnahme bei der Einweihung der neuen Laufbahn auf dem Sportplatz des TSV Cossebaude, an der auch der Innenminister des Landes Sachsen und derzeitige OB Kandidat Markus Ulbig teilnahm, rundete das Besuchsprogramm ab. Außerdem erfuhr man bei der Begehung eines Weinbergs in Cossebaude Wissenswertes rund um den Weinbau in der Gegend.

 

Die Begegnung in Cossebaude anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft hat erneut unter Beweis gestellt, dass es sich um eine lebendige Beziehung handelt, die von Freundschaft und dem Willen, die Verbindung weiter auszubauen, geprägt ist. So verständigte man sich auch darauf, die Beziehungen weiter zu festigen und neben den bestehenden Verbindungen auch neue Kontakte zu knüpfen. Vorstellen könnte man sich Begegnungen auf sportlicher oder kultureller Ebene sowie im Jugendbereich.

 

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