Judith und Arisa beeindrucken die Jury
26.01.2010
Die achtjährige Arisa Hikosaka (Stuttgart) beeindruckte am Flügel im Duo mit ihrer elfjährigen Partnerin Judith Spahmann (Querflöte) aus Untergruppenbach.Foto: Döttling
 

Judith und Arisa beeindrucken die Jury

von Gustav Döttling


Weinsberg - Jörg Spahmann versucht seine Anspannung mit einem kleinen Spaziergang vor der Weinsberger Baukelter abzubauen, ehe seine elfjährige Tochter Judith nach der Mittagspause ihren ersten großen Auftritt mit der Querflöte beim Regionalwettbewerb von Jugend musiziert hat. Im Foyer führt Musiklehrerin Nelya Ryabokon an der Tür zum Vortragssaal Aufsicht. Sie ermahnt die Besucher im Foyer, wenn sie zu laut sind. "Wir hören nun Judith Spahmann mit der Querflöte und Arisa Hikosaka am Klavier in der Altersgruppe zwei", kündigt Ib Hausmann, Vorsitzender der Wettbewerbsjury, das erste Duo nach der Mittagspause an.

 

Judith und die achtjährige Japanerin Arisa beeindrucken Jury und Zuhörer mit einer Sonate in D-Dur von J.B. Vanhal und einem Stück aus den Studies IV von C. Bresgen. Die vierköpfige Jury sitzt leicht erhöht im Auditorium, hin und wieder macht sich ein Juror Notizen. Seit zweieinhalb Jahren spielt Judith Spahmann Querflöte. Das Instrument lernt sie in der Musikschule Bottwartal bei Shigeko Fukui-Fauser. Die hat ihr über eine befreundete Klavierlehrerin aus Stuttgart auch die achtjährige Klavierpartnerin vermittelt.

 

Verständigung "Wir üben seit den Herbstferien zusammen", sagt Judith von der Vorbereitungszeit. Mit Arisa, der Tochter eines japanischen Geschäftsmannes aus Stuttgart, verständigt sich die junge Flötistin auf Englisch und mit Musik. "Der Auftritt war für das erste Mal in Ordnung", lobt Klavierlehrerin Yoshiko Murozuka die beiden Nachwuchskünstlerinnen.

 

"Ich war schon aufgeregt", gesteht Judith. Aber der Vortragsraum sei sehr gut, und so habe sie sich ihre Nervosität schnell gelegt. "Ich fand es eine tolle Leistung", lobt Mutter Ulrike Spahmann die Tochter.17 Paare stellen sich am Samstag, dem ersten Tag des 47. Regionalwettbewerbs von Jugend musiziert, beim Duo-Vorspiel Klavier mit Blasinstrument in der Weinsberger Baukelter den kritischen Ohren der fünfköpfigen Jury. Zu der gehört auch Anne Vanorek, die Weinsberger Musikschulleiterin und Regionalvorsitzende des Wettbewerbs. "Wir veranstalten den Wettbewerb in Weinsberg zum neunten Mal", sagt die Organisatorin.

 

Einspielen Jeweils nach drei bis vier Vorträgen zieht sich die Jury zur Beratung zurück. Sofort nutzen die nächsten Nachwuchskünstler die Möglichkeit sich auf dem Konzertflügel und der Bühne einzuspielen.

 

"Den Anfang vom dritten Satz nochmal", gibt Klarinetten-Lehrer Florian Schellhaas von der Musikschule Heilbronn, seiner Schülerin Laura Jesser letzte Anweisungen. Im ersten Stock macht Elisabeth Baumgärtner, die Vorsitzende des Elternbeirats, den Springerdienst im Elterncafé. "Wir haben 50 Helfer und zahlreiche Kuchenspenden", freut sie sich über große Unterstützung für die drei Wettbewerbswochenenden.

 

Im Café warten Herbert und Gabi Kern aus Talheim, bis ihr 17-jähriger Sohn Hannes an die Reihe kommt. "Mir ist abwechselnd heiß und kalt", fiebert Gabi Kern dem Auftritt entgegen. "Er ist zum dritten Mal dabei und war schon auf Bundesebene", ist der Vater ruhig. "Vorher bin ich immer brutal nervös", sagt Pianistin Hannah Leute (17) aus Heilbronn, die von Robert Rühle aus Obersulm unterrichtet wird.

 

Bei einem Probenwochenende auf Schloss Weikersheim hat sie sich mit ihrer Flötenpartnerin Florentine Simpfendörfer intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. "Die beiden sind sehr diszipliniert und fleißig", bescheinigt Rühle seinen Schülerinnen "eine reiche Begabung". Mit der Höchstwertung von 25 Punkten geht es für das Duo bald zum Landeswettbewerb.

 

Quelle: Heilbronner Stimme vom 25.Januar 2010