2026: Anna Katharina Hahn, Schriftstellerin

Anna Katharina Hahn
erhält den Justinus-Kerner-Preis
der Stadt Weinsberg
Der Justinus-Kerner-Preis der Stadt Weinsberg wird im Jahr 2026 an die Stuttgarter Schriftstellerin Anna Katharina Hahn verliehen.
Ihre tief in der schwäbischen Mentalität verwurzelten literarischen Topographien sind feinsinnige Erkundungen in einer Region, die vom Pietismus ebenso geprägt ist wie vom Ingenieursgeist und in der Tradition, Wohlstand und moralische Selbstprüfung nicht selten kollidieren. Dadurch wird Hahn zur Chronistin eines Bürgertums, dessen Tugenden und Werte ins Wanken geraten sind. Unter der Oberfläche von Ordnung, Fleiß und Familienleben brechen in ihren Texten Triebe, Ängste und Sehnsüchte hervor, die sie oftmals mit Motiven der schwäbischen Romantik verbindet. Anna Katharina Hahn wirft in ihren Romanen immer wieder einen Blick hinter die Kulissen des vermeintlich Selbstverständlichen und Alltäglichen. Wie bei Kerner lauert das Unheimliche auch bei ihr im Gewöhnlichen: hinter den Wohnzimmerfenstern oder im hübschen Garten.
Anna Katharina Hahn wurde 1970 in Ruit auf den Fildern geboren. Nach dem Abitur begann sie ihr Studium der Germanistik, Anglistik und Volkskunde an der Universität Hamburg, das sie 1995 mit dem Magistergrad abschloss. Von 1996 bis 2001 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Bibel-Archiv und in der Handschriftenabteilung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg tätig. Seit den 1990er Jahren veröffentlichte Hahn zunächst wissenschaftliche Abhandlungen sowie kürzere literarische Texte in Zeitschriften und Anthologien. Es folgten zwei Bände mit Erzählungen, bevor ihr mit dem Roman „Kürzere Tage" im Jahr 2009 der Durchbruch gelang.







