Justinus-Kerner-Preis

Justinus-Kerner-Preis der Stadt Weinsberg

Der Preis wurde im Jahre 1986 anlässlich des 200. Geburtstages des Weinsberger Arztes und Dichters Justinus Kerner (1786-1862) von der Stadt Weinsberg gestiftet.

Er wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die in Verbindung mit dem Lebenswerk Kerners oder in seinem Sinne auf den Gebieten der Literatur, der Medizin oder der Heimat- und Denkmalpflege Herausragendes geleistet haben.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird vom Gemeinderat der Stadt Weinsberg auf Vorschlag des Preisgerichts zuerkannt.

Mitglieder des Preisgerichts


Bisherige Preisträger:

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1990: Professor Dr. Leo Navratil
Psychiater aus Österreich, verstorben 2006

Gewürdigt wurde sein schriftstellerisches und ärztliches Lebenswerk, das in hervorragender Weise dazu beigetragen hat, neue Erkenntnisse über die Beziehung zwischen psychischer Krankheit und schöpferischem Prozess zu vermitteln. Mit dem „Haus der Künstler“ in Gugging hat er für Patienten die Möglichkeit geschaffen, ihre Gestaltungskraft in Literatur und bildender Kunst zu entfalten.
Sein Lebenswerk steht wie das Werk Justinus Kerners im Zeichen lebenslanger Offenheit gegenüber psychisch Kranken und hilfsbedürftigen Menschen und ihren kreativen Fähigkeiten.

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1993: Peter Rühmkorf
Schriftsteller und Lyriker, verstorben 2008

Gewürdigt wurde sein literarisches Schaffen, das in der Dichtung der Gegenwart durch Formenstrenge und Formenspiel, durch Sensibilität und leidenschaftlichen Witz hervorgeragt hat.
In der dichterischen Wahl seiner Mittel und im entschiedenen Eintreten für das Wohl der menschlichen Gemeinschaft wirkte er im Sinne Justinus Kerners.

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1996: Professor Dr. Hermann Bausinger
Kulturwissenschaftler und Volkskundler

Gewürdigt wurde sein wissenschaftliches Werk, das mit der Analyse der Kultur des Alltags und der einfachen Leute der traditionellen Volkskunde neue Ziele eröffnet und den herkömmlichen Kulturbegriff kritisch überdacht und erweitert hat.
In seiner Sensibilität für Bedingungen und Nachwirken geschichtlicher Traditionen, seiner Offenheit für sich wandelnde Wahrnehmungs-, Denk- und Ausdrucksweisen und als ein Meister sprachlicher Gestaltung steht Hermann Bausinger Justinus Kerner nahe.

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1999: Eveline Hasler
Schriftstellerin aus der Schweiz

Gewürdigt wurde ihr literarisches Werk, besonders ihre geschichtlichen Romane, in denen sie in eindringlicher Weise das Schicksal von Personen schildert, die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt oder geächtet waren.
Ihre humane Grundhaltung und ihr bohrendes Interesse für die Abgründe der menschlichen Psyche rücken sie in die Nähe von Justinus Kerner, dessen aufklärerische Bemühungen auch vor der den Nachtseiten der Natur nicht haltmachten.

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2002: Professor Dr. Dr. Heinz Schott
Medizinhistoriker

Gewürdigt wurde sein wissenschaftliches Werk, mit dem er einen gewichtigen Beitrag zu einer Neubewertung von Justinus Kerners Faszination durch die „Nachtseite der Natur“ leistete.
Er hat die Menschlichkeit Justinus Kerners in seiner Hinwendung zum Hilfsbedürftigen und besonders zum psychisch Kranken nicht nur der wissenschaftlichen Welt, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht.

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2005: Professor Edgar Reitz
Filmproduzent und Regisseur

Gewürdigt wurden sein literarisches Schaffen und vor allem sein Filmwerk, das mit der großen Film-Trilogie „Heimat“ einen einzigartigen Höhepunkt gefunden hat. Er hat sich darin mit seiner eigenen Heimat und ihren Menschen voller Sympathie und Respekt auseinandergesetzt und eine schmerzliche Spannung zwischen Heimatverbundenheit und Heimatlosigkeit herausgearbeitet.
Er kommt damit Justinus Kerners ärztlichem und dichterischem Werk nahe, das im Sinne der romantischen Naturphilosophie in den Bildern der Heimat auch deren Abgründe erahnt und in den Nöten der Mitmenschen zugleich die eigenen erblickt.

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2008: Professor Dr. Dr. Klaus Dörner
Psychiater und Psychiatriehistoriker

Gewürdigt wurde sein ärztliches Lebenswerk, mit dem er die Entwicklung der Sozialpsychiatrie in entscheidender Weise gefördert und zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken beigetragen hat. Mit seinen Veröffentlichungen hat er den sozialpsychiatrischen Ansatz in der Psychiatrie nicht nur Ärzten, sondern auch Laien nahebringen können.
Sein Werk steht im Zeichen der Zuwendung, die Justinus Kerner gegenüber psychisch kranken und hilfsbedürftigen Menschen bewiesen und in der Öffentlichkeit vertreten hat.

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2011: Elazar Benyoëtz
Aphoristiker und Lyriker aus Israel

Gewürdigt wurde sein literarisches und insbesondere sein aphoristisches Werk, mit dem er zu seiner deutschen Muttersprache zurückgekehrt ist. Sein spielerischer und zugleich zum Nachdenken zwingender Sprachwitz, den er in seinen Schriften entwickelt hat, erinnert an Justinus Kerner, dessen Wirken geprägt war vom Willen, Kranken und Bedürftigen beizustehen. An diese Einstellung knüpft auch das Integrationsbestreben von Elazar Benyoëtz an, das eine geistige Nähe zu Justinus Kerner herstellt.

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2014: Prof. Dr. Frank Erbguth
Neurologe, Psychiater, Psychologe

Gewürdigt wurden seine herausragenden wissenschaftlichen Verdienste, die er sich als Neurologe um die Einführung der Botulinumtoxin-Therapie erworben hat. In seinen Forschungen hat er immer wieder nachdrücklich auf Justinus Kerners wissenschaftliche Leistung hingewiesen, der als erster das klinische Bild des Botulismus beschrieben hat. Sein ärztliches Engagement führte ihn zu anthropologischen und ethischen Einsichten, die Justinus Kerners therapeutischer Haltung entsprechen. Die Persönlichkeit von Prof. Dr. Erbguth spiegelt das ärztliche Ethos Justinus Kerners in unserer Zeit wieder.

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2017: S.K.H. Carl Herzog von Württemberg
Oberhaupt des Hauses Württemberg

Gewürdigt wurden seine großen Verdienste um den Denkmalschutz in Baden-Württemberg sowie sein soziales und karitatives Engagement. Mit der von ihm und dem damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth gegründeten Denkmalstiftung wurde unter dem Motto „Bürger retten Denkmale“ eine Vielzahl von Denkmalen im Land unterstützt unter denen die Burgruine Weibertreu und das Kernerhaus als bauliche und zeitgeschichtliche Zeugnisse einen herausragenden Platz einnehmen.
Die gesamte Lebensleistung S.K.H. Carl Herzog von Württemberg zeugt von beispielgebender gesellschaftlicher Verantwortung im Geiste Justinus Kerners.

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2020: Dr. Katja de Bragança
Biologin und Humangenetikerin

Gewürdigt wurde ihre einzigartige Initiative zur kreativen Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Down-Syndrom. Sie gründete das Magazin „Ohrenkuss…da rein, da raus“, eine Zeitschrift gemacht von Menschen mit Down-Syndrom und rief das partizipative Forschungsinstitut Touchdown 21 ins Leben.Auch Justinus Kerner wandte sich mit Empathie der oft befremdlichen Welt seiner Patienten zu. Im Geiste Kerners unterstreicht ihr Wirken die Bedeutung von Kunst und Poesie für die alltägliche Praxis.

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Nähere Informationen:

Stadt Weinsberg
Marktplatz 11
74189 Weinsberg

Tel. 07134 512110
Fax: 07134 512199