1996: Professor Dr. Hermann Bausinger

Professor Dr. Hermann Bausinger


Prof. Dr. Hermann Bausinger
erhält den Justinus-Kerner-Preis
der Stadt Weinsberg

 

Zum dritten Mal nach 1990 verleiht die Stadt Weinsberg den Justinus-Kerner-Preis. Die Preisverleihung findet am Geburtstag des Weinsberger Arztes und Dichters Justinus Kerner am 18. September im festlichen Rahmen in der Hildthalle statt.

Der Kernerpreis ist zwischenzeitlich der bedeutendste Kulturpreis im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Träger des Preises 1996 ist der Professor für Volkskunde in Tübingen und langjährige Leiter des Ludwig-Uhland-Institutes für empirische Kulturwissenschaften Prof. Dr. Hermann Bausinger.

Damit wird ein Gelehrter ausgezeichnet, der als Kulturwissenschaftler und Volkskundler grundsätzliche Beiträge zum Heimatbegriff und zur Bevölkerungs- und Landeskunde überhaupt verfasst hat.

Hermann Bausinger, Volkskundler der ersten Generation nach dem Zweiten Weltkrieg, eröffnete schon als junger Wissenschaftler seinem Fach neue Perspektiven. Er wandte sich der Erforschung der Alltagskultur breiter Bevölkerungskreise zu und nahm auch die Lebenswelt der modernen Industriegesellschaft in den Blick. Gleichzeitig hob er den geschichtlichen Wandel der Volkskultur hervor.  Durch zahlreiche Veröffentlichungen und eine ausgedehnte Vortragstätigkeit befruchtete Bausinger nicht nur die wissenschaftliche Forschung, sondern auch das kulturelle Denken des Publikums. Das Tübinger Institut Bausingers nahm einen erstaunlichen Aufschwung und wurde zu einem Sammelpunkt junger Kulturwissenschaftler, die heute in vielerlei Aufgaben und Ämtern Anregungen Bausingers in ihre Arbeit einbringen.

Die Hinwendung zur Alltagswelt der Menschen, die Betonung des ständigen Wandels kultureller Ausdrucksformen, die Sprachanalyse als Weg zum Kulturverständnis, aber auch die eigene Sprachkunst verbinden Hermann Bausinger mit Justinus Kerner. Nach dem Wiener Psychotherapeuten Prof. Leo Navratil und dem Schriftsteller und Lyriker Peter Rühmkorf geht der Kernerpreis 1996 erstmals an einen Kulturwissenschaftler und Volkskundler.


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