Polizei und Landratsamt informieren

VORSICHT BETRUG! Falsche Polizeibeamte und Schockanrufe - Wir geben Tipps, wie Sie sich schützen können.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Polizeipräsidium Heilbronn und das Landratsamt Heilbronn wenden sich heute persönlich an Sie, um Sie über betrügerische Telefonanrufe zu informieren. Immer wieder werden vor allem ältere Menschen auch in unserer Region von falschen Amtspersonen oder von scheinbaren Familienangehörigen um ihr Erspartes gebracht. Dabei gehen die Täterinnen und Täter derart professionell vor, dass auch Menschen, denen ihr ganzes Leben niemand etwas vormachen konnte und die mit beiden Beinen fest im Leben stehen, bereits Opfer wurden.

Die Betrügerinnen und Betrüger agieren in der Regel international und trotzdem erscheinen im Telefondisplay deutsche Telefonnummern oder gar offizielle Behördennummern. Bitte nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für die Informationen auf der Folgeseite dieses Schreibens. Hier erfahren Sie, mit welchen Methoden Kriminelle versuchen ihre Opfer zu überzeugen und erhalten Tipps, wie Sie sich am besten schützen. Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen, welche Sicherheitsvorkehrungen Sie selbst treffen können.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie diese gerne an das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Heilbronn unter der Telefonnummer 07131 104-1042 richten oder Sie schreiben eine E-Mail an heilbronn.pp.praevention@polizei.bwl.de.

Weitere Tipps und Informationen zur Kriminalitätsvorbeugung finden Sie unter
www.polizei-beratung.de.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Heuser                                                                        Frank Spitzmüller



So gehen Betrügerinnen und Betrüger vor!

Am Telefon geben sich Betrügerinnen und Betrüger als vertrauenswürdige Personen (z.B. Familienangehörige, Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen) aus, um Geld zu erbeuten. Penetrante Anrufe und erfundene Geschichten, die das Opfer verängstigen und unter Druck setzen, gehören zu ihren Methoden, ältere Menschen am Telefon einzuschüchtern. Eine Vielzahl der Opfer wird so dazu gedrängt, Bargeld oder Wertsachen an Kriminelle zu übergeben. Die Telefonnummern erlangen die Täter zumeist aus öffentlichen Telefonbucheinträgen.

TRICK 1  Falsche Polizeibeamte

Kriminelle rufen mit selbst generierten Telefonnummern, oft mit örtlicher Vorwahl, an und täuschen vor, Polizeibeamte zu sein. Die Betrügerinnen und Betrüger warnen zum Beispiel vor einem Einbruch in der Nachbarschaft und bieten an, Bargeld oder Wertsachen von einem Kriminalbeamten abholen und in Sicherheit bringen zu lassen. In einer weiteren Variante warnen Betrügerinnen und Betrüger vor Falschgeld, das überprüft werden muss, oder vor kriminellen Bankmitarbeitern, die Konten oder Schließfächer plündern wollen. Wichtig: Die Polizei fragt niemals nach Wertgegenständen oder nimmt diese zur Sicherheit in Verwahrung!

TRICK 2  Schockanruf

Täterinnen und Täter geben sich am Telefon als nahe Verwandte oder Angehörige aus dem engen Freundeskreis aus und schockieren ihre Opfer mit einer angeblich dramatischen Notlage (z.B. Verkehrsunfall mit Todesopfer, lebensnotwendige Behandlungsmaßnahme, etc.). Unter Zeitdruck werden die Opfer zu unüberlegten Handlungen gedrängt, z.B. zur Herausgabe einer hohen Geldsumme als Kaution zur Abwehr einer drohenden Haftstrafe. Oft werden die Opfer dafür an andere Örtlichkeiten zur Geldübergabe geschickt. Wichtig: Kautionen werden niemals abgeholt oder irgendwo in der Stadt übergeben. Hierbei muss immer ein Rechtsanwalt beteiligt sein! 

TRICK 3  Schockanruf in russischer Sprache

Betrügerinnen und Betrüger suchen sich bewusst ältere Menschen mit russischen Wurzeln. Das Telefonat wird direkt in russischer Sprache begonnen um Vertrauen zu erwecken. Die Täter täuschen einen Unfall oder eine Notlage eines Familienangehörigen vor. Unter Zeitdruck wird eine Kaution für die Abwehr einer drohenden Haftstrafe oder sonstiger Folgen gefordert. Zur Abholung der Kautionssumme wird ein Bote angekündigt, der oft ebenfalls russisch spricht. Wichtig: Die Polizei ruft niemals direkt in russischer Sprache an!


TIPPS FÜR IHRE SICHERHEIT

  • Lassen Sie Ihren Vornamen und Ihre Adresse aus dem Telefonbuch löschen!
  • Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen ein Kennwort oder eine Frage zur Überprüfung der Identität!
  • Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint! Im Zweifel rufen Sie nach dem Auflegen selbst die Polizei unter 110 oder Ihre örtliche Polizeidienststelle an!
  • Versuchen Sie die angeblich anrufende Person oder Institution unter einer Ihnen bisher bekannten Nummer telefonisch zu erreichen!
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse!
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen!
  • Rufen Sie keine entgangen Anrufe mit unbekannten Nummern zurück!